Was sind die WCAG?
Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind der internationale Standard für barrierefreie Web-Inhalte, entwickelt vom W3C (World Wide Web Consortium). Die aktuelle Version WCAG 2.2 definiert Erfolgskriterien in drei Konformitätsstufen: A, AA und AAA. WCAG AA ist die gesetzlich geforderte Mindestanforderung in der EU und vielen anderen Ländern.
Die vier Prinzipien (POUR)
Perceivable (Wahrnehmbar)
Inhalte müssen für alle Nutzer wahrnehmbar sein: Alternativtexte für Bilder, Untertitel für Videos, ausreichender Farbkontrast und anpassbare Textgrößen.
Operable (Bedienbar)
Die Bedienung muss für alle möglich sein: Tastatur-Zugänglichkeit, ausreichende Klickflächen, keine zeitlichen Beschränkungen und sichere Navigation.
Understandable (Verständlich)
Inhalte und Bedienung müssen verständlich sein: klare Sprache, konsistente Navigation, Fehlermeldungen und Hilfestellungen.
Robust
Inhalte müssen mit verschiedenen User Agents (Browsern, Screenreadern) kompatibel sein: valides HTML, ARIA-Attribute und Progressive Enhancement.
Konformitätsstufen
Stufe A (Minimum), Stufe AA (gesetzlicher Standard), Stufe AAA (Optimal). Die meisten gesetzlichen Anforderungen beziehen sich auf WCAG 2.1 Level AA.
Bedeutung
WCAG ist die Grundlage aller Barrierefreiheits-Gesetze weltweit: BFSG (Deutschland), EAA (EU), ADA (USA), EN 301 549 (Europa). Nicht-Konformität kann zu Abmahnungen und rechtlichen Konsequenzen führen.